WPA2 (WiFi Protected Access 2) ist ein seit 2004 eingesetztes Sicherheitsprotokoll zur Verschlüsselung von WLAN‑Verbindungen. Es stellt sicher, dass Daten, die über Funk gesendet oder empfangen werden, nicht von unbefugten Dritten mitgelesen oder manipuliert werden können.

In Zeiten steigender Cyberkriminalität steht die Absicherung deines Internets besonders im Fokus. Deine vier Wände bewahrst du mit Türen, Fenstern und Schlössern vor ungebetenen Gästen – wie steht es in der Welt der Datenströme und Verbindungen aus? Hier kommt das Sicherheitsprotokoll WPA2 ins Spiel. Aber legt es digitalen Dieb:innen wirklich das Handwerk?

Was ist WPA2 und wie sicher ist das WLAN‑Sicherheitsprotokoll wirklich?

Bei dem 2004 veröffentlichten WPA2 (Wi-Fi protected Access 2) handelt es sich um ein verschlüsseltes Sicherheitsprotokoll. Es schützt mittels Verschlüsselung die Daten, die über eine Funkverbindung gesendet oder empfangen werden. Sie sind nur für diejenigen zugänglich, die im Besitz des WLAN-Kennworts sind.

Als Nachfolger von WEP und WPA schließt WPA2 Sicherheitslücken und versperrt Hacker:innen durch leistungsstärkere Verschlüsselung die Tür zum WLAN-Netzwerk. Dazu löst das Advanced Encryption System (AES), das weniger sichere Temporal Key Integrity Protocol (TKIP) ab. AES ist eine symmetrische Blockchiffre, die den Einsatz von drei unterschiedlichen Schlüsseln – genauer 128, 192 und 256 Bit – unterstützt. Diese Verschlüsselung wird übrigens auch von der US-Regierung genutzt, um geheime Daten zu verschlüsseln.

Wie funktioniert WPA2 technisch?

WPA2 basiert auf mehreren zentralen Sicherheitsmechanismen, die gemeinsam für den Schutz des WLANs sorgen:

  • AES‑Verschlüsselung mit CCMP
    AES übernimmt die eigentliche Verschlüsselung, während CCMP (Counter Mode with Cipher Block Chaining Message Authentication Code Protocol) für die Integrität und Authentizität der Datenpakete sorgt.
  • Authentifizierung
    • Bei WPA2 Personal erfolgt diese über einen Pre‑Shared Key (Passwort).
    • Bei WPA2 Enterprise über eine Benutzer‑Authentifizierung mittels 802.1X und einem RADIUS‑Server.
  • Vierwege‑Handshake
    Beim Verbindungsaufbau handeln Router und Endgerät einen individuellen Sitzungsschlüssel aus, ohne dass das WLAN‑Passwort selbst übertragen wird.

Diese Kombination macht es Angreifer:innen äußerst schwer, Datenverkehr abzufangen oder zu manipulieren.

Was unterscheidet WPA2 Personal von WPA2 Enterprise?

Wie bereits bei den Vorgängern gibt es auch bei WPA2 zwei unterschiedliche Varianten, die sich an verschiedene Einsatzbereiche richten.

MerkmalWPA2 PersonalWPA2 Enterprise
EinsatzbereichHeimnetzwerke, kleine BürosUnternehmen, Organisationen
AuthentifizierungPre‑Shared KeyRADIUS‑Server (802.1X)
Benutzerverwaltungneinja
Sicherheitsniveauhoch (bei starkem Passwort)sehr hoch
Administrativer Aufwand  geringhöher

WPA2 Personal ist als „Light‑Version“ konzipiert und eignet sich besonders für private Haushalte und kleinere Netzwerke. Die Authentifizierung erfolgt über ein gemeinsames Passwort.

WPA2 Enterprise ist überwiegend für Unternehmen vorgesehen. Die Authentifizierung läuft über einen sogenannten RADIUS Authentication Server. Bestimmte Komfortfunktionen wie schnelles Roaming – wichtig für VoIP‑, Audio‑ und Video‑Anwendungen – sind hier jedoch eingeschränkt.

Weist WPA2 ähnliche Sicherheitslücken auf?

Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Verschlüsselungsmethode WPA2 genügt, oder ob sie ähnliche Schwächen wie ihr Vorgänger WPA aufweist. Grundsätzlich können wir sagen: Nicht ohne Grund gehört dieses Sicherheitsprotokoll nach wie vor zum Standard.

Besonders die AES-Verschlüsselung in WPA2 treibt Angreifer:innen zur Weißglut. Selbst modernste Supercomputer beißen sich an diesem System die Zähne aus.

Stellt WPA2 ein unüberwindbares digitales Bollwerk dar?

Lange Zeit fuhren Cyber-Kriminelle recht erfolgreich mit Passwort-Angriffen auf die Netzwerktechnik. Diesem Problem lässt sich mit einem sicheren WLAN-Passwort lösen. Dieses besteht idealerweise aus:

  • Mindestens 20 Zeichen
  • Groß- und Kleinbuchstaben
  • Zahlen
  • Sonderzeichen
  • Wörter, die nicht im Lexika stehen
  • Keine persönlichen Informationen (Geburtsdatum, Hochzeitstag, Namen)

Natürlich sind langwierige Passwörter schwer zu merken. Dennoch solltest du deiner Kreativität bei der Kennwortauswahl freien Lauf lassen. Ein Beispiel gefällig? Aus dem Satz “Ich stehe jeden Tag um 04:30 auf und treibe 30 Minuten Sport!” wird “IsjTu04:30aut30MS!”

Warum stellt WPS eine Schwachstelle dar?

Im Laufe der Zeit hat sich auch die Verwendung des Wi-Fi-Protect Setup (WPS) als Gefahrenquelle herausgestellt. In Sekundenschnelle kannst du mittels WPS-Taste eine Verbindung zwischen WLAN-Router und Endgerät herstellen – ganz ohne Passworteingabe. Daher empfiehlt es sich, die WPS-Funktion auf WLAN-Routern und -Accesspoints auszuschalten.

Seit einigen Jahren machen allerdings KRACK-Angriffe den Nutzer:innen zu schaffen – Angriffe, die angeblich jede WLAN-Verbindung knacken können!

Wie gefährlich sind KRACK-Angriffe wirklich?

Im Jahr 2017 vermeldete der belgische Sicherheitsforscher Mathy Vanhoef: Ab sofort sei das WLAN-Netzwerk nicht mehr sicher! In Zusammenarbeit mit seinem Team hat er eine Schwachstelle im Sicherheitsprotokoll WPA2 ausfindig gemacht, die sie auf den Namen „KRACK“ getauft haben. Eine Methode, mit der sich (angeblich) fast alle Daten im modernen WLAN entschlüsseln lassen.

Die fünf Buchstaben stehen übrigens für Key Reinstallation Attacks und bezeichnen einen Angriff auf eine Schwachstelle im WPA2-Protokoll. Aber wie funktioniert so ein Angriff eigentlich? Hacker:innen greifen die Verbindung von einem Endgerät (Smartphone, Notebook, Tablet) direkt an, das mit der WLAN-Netzwerktechnik verbunden ist.

Klingt nach einem Kinderspiel, nicht wahr? Ganz so einfach ist die Geschichte jedoch nicht: Denn Hacker:innen müssen direkt vor Ort sein – und das unmittelbar in der Nähe des Endgerätes. Ganz zu schweigen davon, dass diese davon abhängig sind, dass du dich mit deinem Endgerät neu im WLAN anmeldest. Diese Neuanmeldung erfolgt während des Angriffs aber nicht im Router, sondern auf dem Gerät der Angreifer:innen. Dazu müssen diese jedoch näher am Endgerät sein als der Router. Ein Aspekt, der sich zu Hause als äußerst schwierig erweist, aber in öffentlichen Netzwerken wie in der Bahn oder im Café durchaus gegeben ist.

Warum selbst erfolgreiche KRACK‑Angriffe selten zum Ziel führen

Diese schwer auszuführenden KRACK-Angriffe funktionieren außerdem nur, wenn Hacker:innen ein genaues Ziel vor Augen haben – wahllose Attacken, wie sie beispielsweise bei Phishing-Angriffen vorkommen, sind nicht möglich. Haben sie sich Zugang zum Netzwerk verschafft, liegen die übertragenden Daten sprichwörtlich auf dem Präsentierteller. Es sei denn, die Daten sind verschlüsselt.

Und tatsächlich brauchst du dir in 99,9 Prozent der Fälle keine Gedanken machen. Heutzutage werden alle wichtigen Daten über Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS) verschlüsselt. Mittlerweile wirst du weder einen Online-Banking-Zugang noch einen E-Commerce-Shop ohne diese Verschlüsselung finden. Du fragst dich, woran du diese Verschlüsselung erkennst? Achte dazu oben links in der Adresszeile deines Browsers auf das Schloss, dieses weist auf eine HTTPS Verschlüsselung hin.

Das bedeutet: Selbst, wenn Hacker:innen es geschafft haben, dein WPA2 Sicherheitsprotokoll zu knacken, gelangen sie dank HTTPS nicht an wichtige Daten oder an das WLAN-Passwort.

Ist WPA2 noch sicher oder lohnt sich der Umstieg auf WPA3?

Im Jahr 2018 hat die Wi‑Fi Alliance mit WPA3 den Nachfolger von WPA2 zertifiziert. Dieser bietet zusätzliche Sicherheitsmechanismen, insbesondere besseren Schutz vor Brute‑Force‑Attacken.

KriteriumWPA2WPA3
Einführung20042018
VerschlüsselungAES‑CCMPAES‑GCMP
Schutz vor Passwort‑Angriffengutsehr gut
Geräteunterstützungsehr hochnoch eingeschränkt

Fazit: WPA2 ist ein sicheres Bollwerk in Zeiten steigender Cyberkriminalität

WPA2 hat sich als zuverlässiger Schutzschild im Kampf gegen unbefugte Zugriffe auf dein WLAN erwiesen, obwohl es – wie alles in der Welt der Technologie – nicht vollkommen unangreifbar ist. Doch die Angriffsfläche kannst du deutlich verkleinern, indem du auf ein sicheres WLAN-Passwort setzt.

Um das digitale Bollwerk noch weiter zu stärken, hat die Wi-Fi-Alliance 2018 den Nachfolger von WPA2 zertifiziert: WPA3. Dennoch gilt in puncto Internet-Sicherheit WPA2 als Sicherheitsstandard. Warum? Weil zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle internetfähigen Endgeräte und Router über diese neuwertige Verschlüsselungsmethode verfügen. Solange WPA3 also nicht flächendeckend verfügbar ist, bleibt WPA2 eine sichere und praxistaugliche Wahl für den Alltag.