Naturkatastrophen, technische Gefahren oder andere Krisensituationen können rasch eintreten. Damit die Bevölkerung im Ernstfall schnell informiert werden kann, setzt Österreich neben den bekannten Zivilschutzsirenen auch auf das Handy-Warnsystem AT-Alert. Am 3. Oktober 2026 wird das System im Rahmen des österreichweiten Zivilschutz-Probealarms erneut getestet. Dabei erhalten Nutzer:innen in Österreich Testmeldungen direkt auf ihr Smartphone.

AT-Alert, auch als „Cell Broadcast“ oder „Handy-Warnsystem“ bekannt, ermöglicht es den Behörden, Warnungen und wichtige Verhaltenshinweise direkt an Mobiltelefone in betroffenen Gebieten zu senden. Das System ergänzt die bestehenden Zivilschutzsirenen und kommt österreichweit zum Einsatz.

So läuft der AT-Alert-Test am 3. Oktober ab

Am Samstag, dem 3. Oktober, wird AT-Alert im Rahmen des österreichweiten Zivilschutz-Probealarms getestet. Zwischen 12 und 13 Uhr werden Testmeldungen auf kompatible Mobiltelefone ausgesendet.

Die erste Testmeldung erfolgt um 12 Uhr österreichweit. Gegen Ende des Probealarms werden zusätzlich regionale Testmeldungen der jeweiligen Landeswarnzentralen versendet. Die Nachrichten sind klar als Test gekennzeichnet. Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr und es sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

AT-Alert im Überblick

Die Mobilfunktechnologie Cell Broadcast liegt dem Warnsystem AT-Alert zugrunde. Seit mehr als 30 Jahren dienen die über 8.000 Zivilschutzsirenen in den Gemeinden als Warn- und Alarmsystem. Durch AT-Alert, das die bestehenden Zivilschutzsirenen ergänzt und keinesfalls ersetzt, können Behörden im Katastrophenfall noch mehr Menschen schnell und gezielt erreichen.

Wie funktioniert AT-Alert?

Der Versand erfolgt mittels Broadcasting. Die Mobilfunksender übermitteln die Nachrichten an alle im jeweiligen Sender eingeloggten Smartphones. Dein Handy hat ein sogenanntes Cell-Broadcasting-Feature verbaut, womit Warnmeldungen automatisch empfangen werden können. Das jeweilige Gerät entscheidet je nach Konfiguration, ob und wie es die Nachricht darstellt.

Von Vorteil ist dafür, dass diese Nachrichten automatisch von allen Handys empfangen werden, die gerade mit der Funkzelle verbunden sind.

Über den Inhalt der Nachricht sowie das Verbreitungsgebiet und die Gültigkeitsdauer der Warnung entscheiden die Behörden. Der Aufbau der Nachrichten erlaubt Textmeldungen, wodurch die Behörden auch Web-Links einbauen können. Bilder und Videos können nicht versendet werden.

Mit Hilfe von Katastrophenwarnsystemen kann also sichergestellt werden, dass du benachrichtigt wirst, solltest du dich in einem gefährdeten Gebiet aufhalten. Durch die Übertragung über Mobilfunk werden nicht nur Kund:innen eines speziellen Mobilfunkanbieters informiert. Auch Nicht-Kunden und Tourist:innen bekommen die Benachrichtigung.

Was muss ich tun, um die Warnungen empfangen zu können?

Warnungen mit höchster Warnstufe erreichen alle Mobiltelefone, die sich in der jeweiligen Region befinden und eingeschaltet sind. Änderungen in den Einstellungen sind also nicht erforderlich.

Es lohnt sich jedoch, auf Nummer sicher zu gehen: In den Geräteeinstellungen muss der Empfang von Cell Broadcast Warnmeldungen aktiviert sein.

Aktivierung auf Android-Geräten

Einstellungen -> Sicherheit und Notfall -> Notfallbenachrichtigungen

Screenshot von Smartphone Einstellungen

Die Aktivierung der Einstellung kann jedoch unter Umständen von Gerät zu Gerät variieren. Findest du sie nicht wie am Bild beschrieben, dann versuche es unter:

Benachrichtigungen -> Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte

Bei älteren Smartphones kann die Einstellung außerdem unter

Sound und Vibration -> Weitere Einstellungen -> Cell Broadcasts

zu finden sein.

Aktivierung auf iOS-Geräten

Einstellungen -> Mitteilungen -> AT-Alert

Screenshot von Smartphone Einstellungen.

Seit wann gibt es den AT-Alert?

Die Testphase von AT-Alert startete im September 2024. Nach erfolgreichen Tests ging das System im Oktober 2024 in den regulären Betrieb über. Seitdem können die zuständigen Behörden Warnmeldungen gezielt an Mobiltelefone in betroffenen Regionen versenden.

Wer wird gewarnt?

Den Landeswarnzentralen ist es möglich, den Empfängerkreis exakt zu bestimmen. Anhand der Selektion bestimmter Mobilfunkzellen, sind die Behören in der Lage, die Einwohner:innen einer bestimmten Region vor einer Katastrophe zu warnen.

Wie erkenne ich eine behördliche Warnung?

Bei den Warnmeldungen ist stets ersichtlich, welche Stelle sie verschickt hat. Außerdem werden offizielle Warnungen, die eine Auslösung der Zivilschutzsirenen mit sich bringen, auch vom Österreichischen Rundfunk (zum Beispiel Hitradio Ö3) bekanntgegeben.

Bei welchen Ereignissen werden Warnmeldungen verschickt?

Prinzipiell kann jedes beliebige Ereignis, das von der jeweiligen Behörde als Gefahr oder (lebens-) bedrohliche Katastrophe für die Bevölkerung eingestuft wird, eine Warnmeldung auslösen.

Klassische Beispiele sind:

  • Naturgefahren: Unwetter (heftige Regenfälle, Hochwassergefahr, extreme Schneefälle), Waldbrände
  • technische Gefahren: Unfälle mit chemischen Stoffen, zB Gasaustritt, Explosionsgefahr,…
  • polizeiliche Situationen

Wer löst Meldungen aus?

Die neun Landeswarnzentralen der Bundesländer sowie das Bundesministerium für Inneres gelten als auslösende Stellen. Im Ernstfall übermitteln sie im Auftrag der zuständigen Behörde eine Meldung an die Mobilfunkbetreiber (Magenta, A1, Drei). Es liegt stets im Ermessen der Behörde, ob und für welches Gebiet eine Warnmeldung beauftragt wird.

Entstehen dadurch Kosten für mich?

Nein, für dich fallen keine Kosten an. Auch eine Registrierung ist nicht notwendig.

Wie lange dauert der Versand der Mitteilungen?

Du empfängst die Warnmeldungen unmittelbar nach dem Versand.

Der österreichweite Probealarm am 3. Oktober bietet eine gute Gelegenheit zu überprüfen, ob AT-Alert auf dem eigenen Smartphone korrekt funktioniert. So kann sichergestellt werden, dass wichtige Warnmeldungen auch im Ernstfall zuverlässig empfangen werden.

Weitere Informationen zum AT-Alert findest du auf unserer Homepage sowie auf jener des Innenministeriums.