Computer spielen heutzutage in der Produktentwicklung eine größer werdende Rolle, nun auch für smartes Essen. Denn der Markt für Nahrungsmittel ist riesig. Genau deshalb müssen immer wieder neue und innovative Produkte gefunden werden. Dazu gehört nicht nur neuer und verbesserter Geschmack, sondern auch Fragen zu Nachhaltigkeit und Ernährungsphilosophien.

Veganismus made by KI

Giuseppe hat herausgefunden, was Menschen an Milch, Mayonnaise, Frischkäse und Joghurt schmeckt. Er hat die Produkte bis zum kleinsten Baustein analysiert und auf pflanzlicher Basis nachgebaut. Giuseppe ist die künstliche Intelligenz (KI) des chilenischen Unternehmens NotCo. Das Programm findet heraus, welche Pflanzen kombiniert werden müssen, damit Geschmack und Textur der Originalprodukte möglichst authentisch nachempfunden werden können. So sollen tierische Produkte langfristig obsolet gemacht werden. Das ist natürlich ein sehr ambitioniertes Projekt. Aber der Trend, den das Start-up aus Südamerika vorgibt, ist nicht zu vernachlässigen. Das hat auch Jeff Bezos erkannt, der mit seinem neuen Venture Capital Fund The Craftory innovative Projekte fördert und NotCo für sein smartes Essen einen Zuschlag von 30 Millionen Dollar gab.

Mayonnaise aus Kircherbsen

Die KI analysiert die molekularen Strukturen sämtlicher essbarer Pflanzen, die sie aus internationalen Datenbanken schöpfen kann. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, diese Pflanzen zuzubereiten und zu kombinieren, um eine perfekte, einfache und erschwingliche Lösung zu finden, tierische Erzeugnisse zu ersetzen. Die Verbindungen, die Giuseppe ausspuckt, testen ForscherInnen im Labor auf Konsistenz, Geschmack und Realisierbarkeit. Diese Ergebnisse der Tests werden der KI wiederum eingespeist, woraus diese lernt. So können potenzielle Fehlerquellen Stück für Stück beseitigt werden und die Ergebnisse werden zunehmend hochwertiger. Im Mittelpunkt der Forschung stehen dabei aktuell Fleisch und Käse. Ihre „Not Mayo“ wurde in Chile bereits sehr erfolgreich in Supermärkten getestet und besteht aus Kichererbsen.

smartes Essen
©NotCo, Not Mayo

Giuseppe ist dabei nicht die einzige KI, die diese neuen Geschmacksrichtungen testet. IBM arbeitet aktuell gemeinsam mit dem Gewürzhersteller McCormick & Company an einer solchen KI für smartes Essen. Sie analysiert eine Reihe klassischer Zutaten, um langfristig völlig neue Geschmackserlebnisse zu generieren. Mit dem kochbuchschreibenden Watson im Repertoire des Konzerns, ist dieser Schritt den IBM-EntwicklerInnen zumindest nicht allzu fremd. Vier Jahre wurde bereits geforscht und nun sollen heuer die ersten Gewürzmischungen aus der Feder der KI auf den Markt kommen. Sie heißen „Tuscan Chicken and Vegetables“ und „Bourbon Pork Tenderloin“ und sind damit das Pilotprojekt.

Personalisierte Ernährungsberatung mithilfe von KI

Auch die Ernährungsberatung könnte in Zukunft von KIs entwickelt werden. Nach einer Analyse des Essverhaltens und zugehöriger Blut- und DNA Untersuchung errechnet diese anhand der Daten die perfekten Lebensmittel für jede einzelne Person. Day Two ist beispielsweise so ein Programm, das jeden Menschen zunächst analysiert und anhand dessen eine personalisierte Diät vorschlägt. Es ist das Ergebnis einer fünfjährigen Forschung des Weizmann Institute of Science in Israel. Daddurch wird eine individuelle Diät zugänglicher, da jeder Mensch aufgrund seiner Genetik eben auch unterschiedliche Lebensmittel besser oder schlechter verträgt. Eine KI würde diesen Prozess deutlich einfacher und schneller gestalten. Individuell errechnetes, smartes Essen für alle steckt jedoch aktuell noch in den Kinderschuhen.

Personalisiere Serviceleistungen mithilfe von KI sind auch bereits im Sport Thema. Künstliche Intelligenz wird heute aber auch schon für unsere Umwelt als auch im Gesundheitsbereich eingesetzt.