Du kennst das sicher auch: Du öffnest Netflix, Disney+ oder Spotify und dir wird genau die Serie, der Film oder die Musik angezeigt, auf die du gerade Lust hast. Das Geheimnis dahinter ist Künstliche Intelligenz (KI). Magenta zeigt dir, wie KI heutzutage beim Streaming von Multimediainhalten eingesetzt wird.
Dass Künstliche Intelligenz (KI) auch bei Streamingdiensten eingesetzt wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Seit Jahren greifen die Anbieter auf ausgeklügelte Algorithmen zurück, um dir als Nutzer die besten Empfehlungen zu machen. Doch KI kann weit mehr als das. In den letzten Jahren haben sich viele weitere Einsatzmöglichkeiten in der Streaminglandschaft entwickelt. Zu den beliebtesten gehören:
- Personalisierte Empfehlungen: Hier analysieren KI-Algorithmen dein Verhalten, um dir immer die besten Vorschläge für den nächsten Song oder die nächste Serie zu machen.
- Inhaltserstellung: Inzwischen werden nicht nur Zusammenfassungen und Trailer von KI generiert. Mittlerweile sind bereits erste Filme fast vollständig computergeneriert.
- Qualitätsoptimierung: Neben dem kreativen Part, wird der KI-Einsatz auch von technischer Seite immer wichtiger. So passen viele Streaming-Dienste die Qualität des Datenstreamings in Echtzeit an, damit du immer das beste Seherlebnis hast.
- Interaktive Erlebnisse: Netflix hat es mit Formaten wie „Black Mirror: Bandersnatch“ oder „You vs. Wild“ vorgemacht: Hier bestimmst du die Storyline mit einem einfachen Klick.
Personalisierte Serien- und Filmvorschläge durch KI
Streamingdienste wie Netflix setzten heutzutage auf Deep Learning und maschinelles Lernen, um große Datensätze (Big Data) auszuwerten. Das Ziel ist, Muster im Verhalten des Nutzers zu erkennen, um ihm mehr ähnliche Inhalte anzuzeigen. Die KI hinter den Streaming-Diensten weiß ganz genau, ob du Komödien gegenüber Fantasy-Filmen bevorzugst oder am liebsten Dokumentationen schaust. Neben deinen Genre-Präferenzen kennt sie auch deine Lieblingsschauspieler:innen und zeichnet genau auf, welche Inhalte du schnell abbrichst und welche du in einem Zug durchschaust.
Heatmaps zur Visualisierung der Daten
In so genannten Heatmaps, einem beliebten Tool zur Visualisierung von Datenmengen, sammelt Netflix die Erkenntnisse zu dem Nutzerverhalten seiner Zuschauer:innen. Wärmere Farben wie Rot und Orange zeigen Inhalte mit hoher Aktivität, kühlere Farben wie Grün und Blau sind den Inhalten vorbehalten, mit denen du weniger Zeit verbringst.
Diese Farbkodierungen helfen dabei, populäre Inhalte zu identifizieren, Wahrscheinlichkeiten zu ähnlichen Angeboten zu berechnen und die Inhalte so auf der Benutzeroberfläche zu platzieren, dass sie deine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Echtzeitanpassungen und virale Trends
Auch virale Trends werden in den Empfehlungen in Echtzeit berücksichtigt. Geht ein neuer Film oder eine Serie viral – also schauen viele Menschen in deiner Region genau diese Inhalte – werden sie dir, dank der KI bei den Streaming-Diensten, auch öfter angezeigt. Das verstärkt den viralen Effekt noch mehr. Denn je mehr Leuten ein Film als Top-Auswahl empfohlen wird, desto mehr werden ihn auch anschauen.
Dank der guten alten „Daumen hoch“-Funktion kannst du auch selbst auf deine Empfehlungen Einfluss nehmen. So siehst du mehr von dem, was dir gefällt oder weniger Dinge, die du nicht magst. Inzwischen kannst du nicht nur zwischen einem Daumen runter (Nichts für mich) und einem Daumen hoch (Gefällt mir) wählen, sondern auch den doppelten Daumen hoch (Super) für alle Inhalte verteilen, die du besonders liebst.
Je mehr du mit der Plattform interagierst, umso persönlicher werden deine Empfehlungen und deine Startseite ändert sich zum Teil in Echtzeit je nach deinen Vorlieben und den beliebten Trends. Übrigens: Weitere KI-Trends für 2025 haben wir für dich in einem gesonderten Beitrag gesammelt!
Musikempfehlungen und Playlist-Generierung
Besonders der Musikstreaming-Anbieter Spotify setzt in den letzten Jahren immer mehr auf den Einsatz von KI, um sein Angebot für die Hörer:innen attraktiver zu machen. Neben Musikempfehlungen und Playlists für jede Stimmung kannst du dir in Zukunft auch dein ganz persönliches Hörerlebnis zusammenstellen.
Durch den Tag mit der Spotify Daylist
Die Spotify Daylist ist dein Soundtrack für deinen Tag. Sie stellt sich auf deine Stimmungen und die Tageszeit ein, sodass du mehrmals täglich eine neue Playlist genießen kannst.
Die Daylist und die dazugehörige Kachel auf Spotify aktualisieren sich mehrmals täglich zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Erstellt werden sie, indem die App im Hintergrund dein Nutzerverhalten zu jeder Tageszeit analysiert. Je mehr Musik du hörst, desto akkurater werden die Vorschläge in deiner Daylist. Selbst Mikrogenre, also hochspezifische Musikkategorien, die anhand besonders feiner Merkmale unterschieden werden, können in deiner Daylist dank KI bei diesem Streaming-Dienst abgebildet werden.
Deine persönliche Radio-Station mit dem AI DJ
Hast du dir schon immer einen persönlichen DJ gewünscht, der nur für dich auflegt? Spotify hat dafür auch eine Lösung gefunden. Im Februar 2023 hat das Unternehmen den AI DJ vorgestellt. Er lernt deinen Musikgeschmack genau kennen und kuratiert eine Playlist, die perfekt zu dir passt. Zwischen den Songs werden außerdem KI-generierte Kommentare eingespielt, in denen eine realistische Stimme Musikstücke einordnet und dir Hintergrundinformationen zu den Künstler:innen oder Songs liefert. Dafür greift Spotify auf die Technologie von OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT zurück.
Auch wenn Spotify den AI DJ inzwischen auf Englisch und Spanisch anbietet, steht er den Nutzer:innen in Österreich derzeit leider noch nicht zur Verfügung. Wenn du trotzdem neugierig bist, könntest du mithilfe einer VPN-App ausprobieren, ob du ihn nutzen kannst, wenn du dich zum Beispiel per Smartphone-VPN mit einem Server in den USA verbindest.
KI-Playlists für die verrücktesten Ideen
Ebenfalls auf ausgewählte englischsprachige Länder beschränkt ist die neue AI Playlist. Bisher können sich Premium-Nutzer in Australien, Großbritannien, Irland, Kanada, Neuseeland und den USA über das Service freuen, mit dem jede noch so verrückte Idee zu einer Playlist wird.
Über einen KI-Chat gibst du einfach deine Idee ein, zum Beispiel „eine romantische Playlist für einen Abend zu zweit vor dem Kamin“, und die KI findet direkt beim Streaming-Dienst die passenden Songs dafür.
Solche KI-Playlists lassen sich für ausgefallene Ideen, aber auch für deine liebsten Filmhelden, dein Lieblingseis oder deine liebsten Freizeitaktivitäten generieren. Selbst Emojis können als Inspiration für eine KI-Playlist dienen. Damit du immer wieder reinhören kannst, kannst du die Playlists auch in deiner Bibliothek speichern. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings noch unklar, ob und wann diese KI-Funktion für den deutschsprachigen Markt zur Verfügung stehen wird.
Ein Blick in die Zukunft: Generative KI in der Spielentwicklung
Seit einigen Jahren bietet Netflix nicht nur Filme und Serien, sondern auch immer mehr Spiele an. Jetzt will das Unternehmen generative KI auch in der Spieleentwicklung einsetzen. Wie es im November 2024 verkündete, hat das Unternehmen dazu mit Mike Verdu eigens einen Vice President of GenAI for Games ernannt. Er soll sich darauf konzentrieren, KI-Technologien in die Entwicklung der Spiele zu integrieren. Noch steckt die Technik zwar in den Kinderschuhen, aber erste Projekte versprechen Spannendes in nicht allzu ferner Zukunft.