Der Weltfrauentag hat eine über 100‑jährige Geschichte. Doch was genau geschah am 8. März? Warum wurde dieses Datum so bedeutend und welche Rechte mussten Frauen hart erkämpfen? Ein Überblick über Ursprung, Entwicklung und aktuelle Relevanz des Weltfrauentags.
Aus dem Grund wird der Weltfrauentag gefeiert
Der Weltfrauentag am 8. März ist ein internationaler Tag für Frauenrechte und Gleichstellung. Seine Wurzeln liegen in der frühen Arbeiterinnen‑ und Frauenbewegung. Bereits 1909 fand in den USA der erste nationale Frauentag statt, bevor 1911 erstmals ein internationaler Frauentag in mehreren europäischen Ländern folgte.
Seit 1975 wird er offiziell von den Vereinten Nationen begangen. Heute steht der Tag für Fortschritt, aber auch für die Erinnerung daran, dass Gleichberechtigung weltweit noch nicht erreicht ist.
Was ist am 8. März historisch passiert?
Dass der Weltfrauentag am 8. März stattfindet, geht auf den Streik russischer Frauen im Jahr 1917 zurück. In Petrograd forderten sie „Brot und Frieden“. Ein Ereignis, das die Russische Revolution beschleunigte. Dieser Protest führte nicht nur zum Sturz des Zaren, sondern brachte Frauen in Russland kurz darauf erstmals das Wahlrecht.
Ursprünglich fand der internationale Frauentag übrigens gar nicht am 8. März statt. 1911 wurde er erstmals am 19. März begangen, bevor 1921 das heutige Datum beschlossen wurde. Jedoch erst Jahrzehnte später, 1975, wurde der Tag von der UNO international verankert.
Warum ist der Weltfrauentag bis heute so wichtig?
Trotz vieler Fortschritte besteht global weiterhin ein großes Ungleichgewicht. UN Women berichtet, dass kein Land der Welt vollständige rechtliche Gleichstellung erreicht hat.
Weltweit verdienen Frauen weniger, besitzen unter anderem auch weniger Vermögen, erleben häufiger Gewalt und haben schlechteren Zugang zu Bildung, politischer Vertretung und Gesundheitsversorgung.
Der 8. März will Bewusstsein stärken und fordert jährlichen Einsatz. Nicht nur symbolisch, sondern strukturell.
Welche Rechte hatten Frauen in Österreich früher und wann änderte sich das?
Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, wie eingeschränkt Frauenrechte auch in Österreich lange waren:
- 1918 wurde das allgemeine Frauenwahlrecht gesetzlich verankert, womit Frauen erstmals an Wahlen teilnehmen konnten.
- 1957 durften Frauen erstmals ein eigenes Bankkonto eröffnen. Ein wichtiger Schritt zur finanziellen Selbstständigkeit.
- Viele umfassende Rechte folgten erst mit der Familienrechtsreform 1975, die das patriarchale „Familienoberhaupt“ abschaffte und Frauen rechtliche Gleichstellung in Ehe und Beruf brachte.
- Erst ab Mitte der 1970er Jahre konnten Frauen ohne Zustimmung des Mannes arbeiten und frei über ihr Einkommen verfügen.
Das macht deutlich: Viele Selbstverständlichkeiten sind noch nicht lange Realität.
Welche Rolle Recht und Gerechtigkeit dabei spielen
Gleichberechtigung beginnt bei grundlegenden Rechten und dabei, dass Frauen und Mädchen sie nicht nur haben, sondern auch tatsächlich durchsetzen können. Genau darauf richtet das diesjährige UN‑Women‑Motto „Rights. Justice. Action.“ den Blick. Weltweit behindern diskriminierende Gesetze, fehlende rechtliche Absicherung und strukturelle Barrieren die Teilhabe von Frauen und Mädchen in vielen Lebensbereichen.
UN Women, die zentrale Organisation der Vereinten Nationen für Frauenrechte, wurde 2010 gegründet, um weltweit Gleichstellung voranzutreiben und strukturelle Barrieren abzubauen. Das Motto betont heuer besonders, wie wichtig faire Rechtssysteme und wirksamer Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sind, aber auch, wie entscheidend hierbei politische Maßnahmen und gesellschaftliches Engagement werden.
Bewusstseinsschaffung ist ein Anfang. Für wirkliche Gleichberechtigung braucht es Taten und, dass alle Frauen und Mädchen die Rechte, Gerechtigkeit und Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht.
Darum sollte der Weltfrauentag ganzjährig gelebt werden
Der 8. März ist ein Anlass, aber echte Gleichstellung braucht Verankerung im Alltag. Ob Lohnlücke, politische Repräsentation oder Gewaltprävention – viele Themen sind ungelöst und bislang kaum sichtbar auf der Agenda.
Der Weltfrauentag muss 365 Tage im Jahr gelebt werden.