Naturkatastrophe, Pandemie, Terrorgefahr, … Der Ernstfall kann schneller kommen als geahnt. Warnsysteme auf dem Smartphone sollen Bürger*innen informieren und Handlungsanweisungen geben. Dazu gibt es bisher Apps, wie beispielsweise Katwarn, die du dir auf deinem Smartphone installieren kannst. Da aber nur die wenigsten Österreicher*innen proaktiv eine App downloaden, soll ein umfassendes Warnsystem für alle kommen: Der AT-Alert. Mittels Cell Broadcast Technologie wird darin eine Benachrichtigung auf alle Handys in einer Mobilfunkzelle gesendet. Ein eigens dafür vorgesehener Warnton signalisiert den Empfang. Der Warnton ertönt auch, wenn dein Smartphone stummgeschaltet ist, eine Internetverbindung ist für den Nachrichtenempfang nicht notwendig.

Wie funktioniert Cell Broadcast?

Der Nachrichtenversand erfolgt mittels Broadcasting, die Mobilfunksender übermitteln die Nachrichten an alle im jeweiligen Sender eingeloggten Smartphones. Dein Handy hat ein sogenanntes Cell-Broadcasting-Feature verbaut, womit Warnmeldungen automatisch empfangen werden können. Das jeweilige Gerät entscheidet je nach Konfiguration, ob und wie es die Nachricht darstellt. Von Vorteil ist dafür, dass diese Nachrichten automatisch von allen Handys empfangen werden, die gerade mit der Funkzelle verbunden sind.

Über den Inhalt der Nachricht, sowie das Verbreitungsgebiet und die Gültigkeitsdauer der Warnung entscheiden die Behörden. Der Aufbau der Nachrichten erlaubt Textmeldungen, wodurch auch Web-Links eingebaut werden können. Bilder und Videos können nicht versendet werden.

Für die Benachrichtigung werden keine Rufnummern benötigt, daher weiß der Absender nicht, wer die Nachricht bekommen hat. Cell Broadcast, oder auch Public Warning System (PWS), gehört zum 2G-, 3G-, 4G- (LTE) und 5G-Standard. Mittels dieser Technologie ist es möglich, eine Nachricht über eine Vielzahl Funkzellen gleichzeitig versenden zu lassen und damit Millionen Mobilfunkkund*innen innerhalb weniger Sekunden zu benachrichtigen.

Mit Hilfe von Katastrophen-Warn-Systemen kann also sichergestellt werden, dass du benachrichtigt wirst, solltest du dich in einem gefährdeten Gebiet aufhalten. Durch die Übertragung über Mobilfunk werden nicht nur Kund*innen eines speziellen Mobilfunkanbieters informiert. Auch Nicht-Kunden und Tourist*innen bekommen die Benachrichtigung.

Ab wann kann ich mit Cell Broadcast rechnen?

Die rechtlichen Vorgaben für ein digitales Handywarnsystem sollten laut einer EU-Richtlinie bereits im Juni 2022 eingeführt werden. Die dafür benötigte Verordnung ist jedoch bis Ende 2022 nicht erlassen worden. Erst nach Veröffentlichung der finalen Verordnung können Mobilfunkanbieter mit der Implementierung beginnen.

Cell Broadcasting wird mit dem sogenannten AT-Alert spätestens im Jahr 2024 eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die Verordnung zeitnah veröffentlicht wird. In einigen Ländern funktioniert Cell Broadcast schon länger, in Deutschland konnte ein Testalarm im Dezember 2022 einen Großteil der Bevölkerung erreichen.

Magenta Telekom sieht der finalen Verordnung der Bundesregierung entgegen. Sobald diese da ist, kann Magenta die notwendigen Systeme für das Netz beschaffen, das Netz integrieren, testen und höchstwahrscheinlich innerhalb von 12 bis 15 Monaten in den Vollbetrieb überführen.

Was kann ich mich bis dahin informieren?

Wie eingangs erwähnt, geben dir Katastrophen-Warn-Apps Bescheid, sollte es eine Gefahrenmeldung in deinem Gebiet geben. In der App Katwarn kannst du gleich mehrere Orte angeben, über die du benachrichtigt werden möchtest. So erhältst du auch Warnmeldungen bei Familie oder Freunden in anderen Städten. Im Deutschsprachigen Raum sind außerdem die Apps NINA (für Deutschland) und Alertswiss (für die Schweiz) zu empfehlen. Du kannst bei diesen Apps meist „Kritische Hinweise“ aktivieren. Dadurch werden dir wichtige Hinweise auf dem Sperrbildschirm angezeigt und es erscheint ein Ton, auch wenn das Handy stummgeschaltet ist.