Was können wir als Gesellschaft gegen Einsamkeit tun? Denn weltweit nimmt Einsamkeit zu. Allein 6 % der EuropäerInnen haben laut Eurostat Statistik (2015) niemanden für ein persönliches Gespräch. Und zwei Drittel (vgl. Silver Living Studie, 2017) der ÖsterreicherInnen haben Angst vor Einsamkeit. Indessen herrscht in der Soziologie ein breiter Konsens: Neben biologischen Grundbedürfnissen wie etwa Nahrung und Schlaf zählen auch soziale Kontakte und Beziehungen dazu. „Der Mensch als soziales Wesen definiert sich im Rahmen sozialer Beziehungen und gesellschaftlicher Werte. Er kann seine Individualität nur in einem sozialen Kontext verwirklichen” (Stracke-Mertes, 2003, Soziologie. Der Blick auf soziale Beziehungen, S164). Beziehungen zu anderen Menschen sind also grundlegend für unsere Identität.

Jedoch nimmt die Frage nach Lösungen gegen Einsamkeit in Zeiten von Corona an Dringlichkeit zu, da direkte Kontakte auf denselben Haushalt beschränkt sind. Aber viele Menschen wohnen alleine in Österreich. Seit Jahren geht der Wohntrend in Richtung Singlehaushalte. Die Anzahl an Einpersonenhaushalten hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt und stieg auf 1.457.000 Haushalte an.

Während der Krise verlagern sich Kommunikation und sozialer Austausch in digitale Kanäle. So hat Magenta Telekom in der vergangenen Woche eine Verdopplung der Telefonate erlebt. Diese Telefonate dauern nicht wie üblich 2 bis 3 Minuten, sondern eine Stunde und mehr. So viel und so lange hat Österreich noch nie miteinander telefoniert. Damit ist Telekommunikation Teil der wichtigen Infrastruktur und in der aktuellen Krise wird sie zum Um und Auf für unsere sozialen Bedürfnisse. Genau darauf setzt das Plaudernetz, mit freiwilligen Telefonaten gegen Einsamkeit.

Mehrere hundert Telefonate pro Tag gegen Einsamkeit

Ab Dienstag sind die Telefonleitungen gegen Einsamkeit freigeschalten. Denn Magenta Telekom startet ab 7. April 2020 in Kooperation mit Caritas und Kronen Zeitung das Plaudernetz, das erste kostenlose Netz Österreichs für PlauderpartnerInnen. Menschen, die gerne jemanden zum Reden hätten, werden dadurch nach dem Zufallsprinzip telefonisch mit einer freiwilligen Person verbunden. Zum Start sind täglich von 12 bis 20 Uhr unter der Telefonnummer 05/1776-100 Menschen zum Plaudern füreinander da. Falls wer noch das passende Telefon sucht, liegt man mit dem Emporia Smart 3 bei Magenta richtig. Emporia bietet Smartphones für die Generation 60+ mit großem Bildschirm und leichter Bedienung.

So funktioniert es

  • Will man gegen Einsamkeit reden? Dann wählt man 05/17 76-100. Die eigene Nummer wird anonymisiert. Man wird nach dem Zufallsprinzip mit einer freiwilligen Person für ein Gespräch verbunden.
  • Will man gegen Einsamkeit helfen? Dann registriert man sich auf www.plaudernetz.at.

Das Plaudernetz-System bringt anonym – ohne Austausch von den privaten Telefonnummern – die GesprächspartnerInnen zusammen. Ein Telefonat ist auf 15 Minuten begrenzt. Durch ein Matching des Systems zwischen einsamkeitsempfänglichen Menschen und freiwilligen TelefonfreundInnen ermöglicht Plaudernetz das menschliche Grundbedürfnis nach Kontakt und Austausch. Für die helfenden Personen ist es eine neue, flexible und niederschwellige Möglichkeit für soziales Engagement im Kampf gegen Einsamkeit.

Plaudernetz mit World Summit Award Austria ausgezeichnet

Plaudernetz gewinnt beim großen World Summit Award Austria in der Kategorie „Government & Citizenship“. Die Initiative begeisterte die Nationalen ExpertInnen des World Summit Award Austria.

Der World Summit Award wurde 2003 von Österreich als nationaler Beitrag zum UN-Weltgipfel für die Informationsgesellschaft als weltweite Initiative gegründet. Das Ziel ist digitalen Content mit hohem gesellschaftlichem Mehrwert zu prämieren und weltweit bekannt zu machen. Durch die enge Kooperation mit Organisationen der Vereinten Nationen und die strategische Ausrichtung nach den UN SDG’s, ist der World Summit Award ein weltweit anerkanntes Qualitätssiegel für digitale Innovation und inhaltegetriebene Anwendungen.

Gegen Einsamkeit im Alter

Grundsätzlich ist Einsamkeit keine Frage des Alters. Magnet, das Magenta Magazin, hat sich mit der Frage beschäftigt, wie zu Corona-Zeiten Alleinsein ohne Einsamkeit funktioniert. Es gibt verschiedenste Gründe, warum unterschiedliche Altersgruppen einsamkeitsempfänglich sind. Dennoch ist Einsamkeit vor allem für Menschen im Alter eine wachsende Herausforderung. 50 % der 60-69-Jährigen in Österreich fürchten im fortschreitenden Alter zu wenig Kontakte zu haben (vgl. Silver Living Studie, 2017). Im Alter verstärken Lebensumbrüche und -krisen den (un)bewussten Rückzug aus der Gesellschaft. Gegen Einsamkeit ankämpfen, hilft der Gesundheit. Denn sie macht wissenschaftlich nachgewiesen krank und beeinträchtigt die Lebensqualität der Menschen. Einsamkeit kann ein Auslöser psychiatrischer Erkrankungen wie Depressionen sein und umgekehrt können spezifische Krankheitsbilder zu Einsamkeit oder sozialer Isolation führen.

Umso wichtiger ist, als Unternehmen und Gesellschaft nachhaltige Lösungen wie das Plaudernetz gegen Einsamkeit zu fördern bzw. Tipps für den Umstieg auf Videotelefonie für ältere Personen zu geben. Magenta Telekom unterstützt in dieser außergewöhnlichen Zeit, um zu Hause verbunden zu bleiben. Die dafür ins Leben gerufene Kampagne #bleibverbunden wird laufend um neue Angebote erweitert.

Auf der Website www.fuereinand.at, eine Initiative der Caritas und Krone, wird es laufend neue Missionen und Aktionen wie z.B. gegen Einsamkeit geben, an denen man einfach und unkompliziert teilnehmen kann.