Was hat 8D mit Musik zu tun? Gerade waren wir noch bei Schallplatten, Kassetten, CD’s und MP3-Player in der Musikindustrie. Doch die Digitalisierung macht auch hier keinen Halt.

Nun bewegen wir uns beim Hören von Musik schon bei 8D. Wie kann es sein, dass hier Dimensionen übersprungen wurden und was bedeutet 8D überhaupt? Bei 8D Musik handelt es sich lediglich um einen aktuellen YouTube-Trend, der gerade dabei ist die Internetcommunity zu begeistern. Das „D“ in der Bezeichnung steht – irreführenderweise – auch nicht für die achte Dimension, sondern für „Direction“ zu deutsch: Richtung. Der Sound kommt dabei aus acht verschiedenen Richtungen. Doch was bringt das?

Musik wird Raum

8D Musik ist das Resultat eines Programms, das den Klang in eine virtuelle Sphäre einfügt. Dabei werde der Audiostream wieder aufgenommen und das Ergebnis der verschiedenen Amplituden in L / R Kanäle unterteilt. Beim Hören mit Kopfhörern werden also 2D- oder 3D-Sounds wiedergegeben, die so modifiziert wurden, dass Klangtiefen aus mehreren Richtungen hörbar werden. Es entsteht also das Gefühl, dass sich die Musik im Raum verteilt und man von allen Richtungen beschallt wird.

Der Begriff „8D Musik“ ist zwar ziemlich neu, diese spezielle Form der Sound-Abmischung ist unter dem Namen „Ambisonic Audio“ schon länger bekannt. Die Ursprünge liegen nämlich bereits in den 1970er Jahren. Längere Zeit bevor 8D Musik an die Ohren der Menschen drang, wurde das Konzept im Gaming-Bereich und vor allem für Virtual-Reality-Spiele, bereits eingesetzt. Unter dem Namen „8D Musik“ startete die neue Trendwelle dann schließlich auf YouTube. Es entwickelten sich Kanäle, die vor allem bekannte Songs aus den Charts als 8D Musik hochladen. Der bislang erfolgreichste Kanal ist der YouTube-Kanal „8D Tunes“. Zwei weitere bekannte Kanäle für 8D Musik sind „Trillion – 8D Music“ und „8D Sounds“.

Mitten im Geschehen der Musik mit 8D?

Auch wenn sich die Kommentare unter den YouTube-Titeln teilweise überschlagen und teilweise die Rede davon ist, dass beim Hören von 8D-Musik das Gefühl entstehe, dass man sich selbst auf der Konzertbühne befände, kann sich diese, im Grunde recht einfache Bearbeitung der Songs, auch auf den Sound auswirken. Schließlich geht es dabei um nicht sehr viel mehr als ein wenig stärkeren Hall und einen erweiterten Stereo-Effekt. Zusätzlich ist zu beachten, dass diese Form des Sounddesign auch eher technisch als künstlerisch eingesetzt wird. Auf besondere Facetten in der Machart der einzelnen Songs wird also kaum geachtet. Die entscheidende Frage, die sich jetzt noch stellt, ist natürlich jene, ob es sich lohnt, tiefer in die Welt von 8D einzusteigen? Die Antwort liegt, wie so oft natürlich im Ohr der Hörerin oder des Hörers. Zusammenfassend kann allerdings gesagt werden, dass der Tanz der flirrenden Klänge schon sehr viel Spaß macht. Ein authentisches Bühnenerlebnis wird dadurch allerdings nicht möglich, das ist klar. Im schlimmsten Fall werden gut abgemischte Songs durch den 8D-Effekt sogar ziemlich „verhunzt“. Die Überführung in die „achte Dimension“, die natürlich keine ist, funktioniert also eindeutig nicht mit jedem Song.

Was sich außerdem in der Filmkunst Neues abspielt, erfährst du in unserem Beitrag zur smarten Filmkunst.