Für seinen Klassenvorstand Margit Heise war von Anfang an klar, dass Ali Cem – von allen Ximi genannt – eine besondere Beziehung zum Computer aufbaute. So zerlegte er PCs, um sie anschließend wieder zusammenzubauen. In der dritten Klasse der Mittelschule Hörnesgasse– Friedrich-Zawrel Schule stellte er erstmals einen selbst programmierten Browser vor. Optisch war er noch relativ unspektakulär, aber voll funktionsfähig. „Mittlerweile hat Ximi auch seine Liebe fürs Layout entdeckt.“

Fragt man Ali-Cem, so erzählt er von sich: „Die Idee ist mir vor fast einem Jahr gekommen. Mich hat gestört, dass man die ganze Zeit nachgefragt hat, was an Hausübungen zu erledigen ist. Deswegen begann ich mir HTML, CSS, JS, PHP, MYSQL und JQUERY beizubringen.“ Nach mehreren Prototypen entstand XIMI. „Der Name XIMI kommt von meinem Spitznamen ‚Cimi‘, wie eben meine Eltern, Geschwister und mehrere Bekannte mich nennen. Das Interesse am Computer hat mein Bruder, ein großes Vorbild neben meinen Eltern, geweckt. Ich interessiere mich auch für Autos und Motorräder. Nach meinen Schulaufgaben programmiere ich lieber und lese Bücher zum Programmieren,“ verrät er.

Sebastian Diem – Lehrer an der MS Hörnesgasse – hat diesen engagierten jungen Mann bei seinem Projekt XIMI beraten. „Es ist eine Freude zu sehen, was entstehen kann, wenn Interesse und ein starker Wille vorhanden sind. So brachte sich Ali-Cem in seiner Freizeit selbst das Codieren bzw. Programmieren bei. Auch las er sich in die Fachliteratur ein und stellte im Alleingang eine App auf die Beine. Sie hilft den Schülerinnen und Schülern seiner Klasse. Vielleicht auch an anderen Wiener Schulen den Schulalltag zu erleichtern, ist ein weiterer Schritt in Richtung Schule 4.0.“

Wer oder was ist XIMI?

Es ist ein Programm, das Schülerinnen und Schüler jeder Schulstufe unterstützen kann. Es ermöglicht z. B. abwesenden Schülerinnen und Schülern das Nachsehen, welche Themen an diesem Tag im Unterricht vorgenommen und welche Aufgaben verteilt wurden. Ein weiterer Vorteil von XIMI ist, dass sich Schülerinnen und Schüler mit einem kurzen Blick auf den Stundenplan mit den Themen besser auf den nächsten Tag vorbereiten können (Beschreibung von Ali-Cem Kiziltan).

Was kann XIMI?

Mit Hilfe dieser App können Schülerinnen und Schüler in Hausaufgaben oder sogar Einträge aus dem Mitteilungsheft Einsicht nehmen. „Bei Fragen zum Unterricht können wir als Schülerinnen und Schüler den Lehrerinnen und Lehrern ganz einfach eine E-Mail schicken. Da es auch einmal vorkommt, dass man auf Hausaufgaben vergisst, kann durch bestimmte Einstellungen per Push-Nachricht an diese Hausaufgaben erinnert werden.“

XIMI
Erinnerung an Hausaufgaben in der App

Was haben Eltern von XIMI?

Auch Eltern werden von der Online-Plattform profitieren. Mit einem weiteren Feature erhalten sie jegliche Information und können direkt mit dem Klassenvorstand in Kontakt treten.

Wo kann das XIMI-Start-up gedeihen?

Die MS Hörnesgasse ist seit Jahren eine IT-affine Schule. Sie verfügt über Netbook-Klassen, hat die „Unverbindliche Übung Informatik“, ist eEducation-Experts-Schule und besitzt das MINT-Gütesiegel. Auch ihre Ausstattung ist bemerkenswert: schuleigene iPads, MicroBits, Blue-Bot, Lego WeDo, Ozobots und Sphero.

Diese Schule setzt seit dem Start von ConnectedKids unsere Zielsetzung, „Junge Menschen zu befähigen, konstruktiv, verantwortungsbewusst und kompetent mit neuen Technologien umzugehen,“ in die Praxis um. Als Projektleiter von ConnectedKids beobachte ich nicht nur die nächsten Schritte, vielmehr unterstützen wir dieses junge Talent. Vielleicht wird ein Start-Up daraus, vielleicht ein Grundstein für eine Start-Up-Schmiede gemeinsam mit ConnectedKids.

XIMI
©Paul Kral, Ximi und SchulkollegInnen