Computational Thinking, übersetzt informatisches Denken, beschreibt die Denkweise professioneller Computerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zur Lösung eines komplexen Problemes. Komplexes Problemlösen ist schon in der Primarstufe möglich und für das weitere Leben sehr wichtig.

Bedeutung von Computational Thinking

Computational Thinking hat aber nicht nur für Computerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die sich mit informatischen Inhalten auseinandersetzen, eine Bedeutung. Es beschreibt vielmehr die Fähigkeit, eine Problemstellung in mehrere kleine Probleme zu zerlegen, um diese im nächsten Schritt mit Hilfe von schon bekannten Denkmustern zu lösen. Dass diese Fähigkeit nicht nur für Informatikerinnen und Informatiker von großer Bedeutung ist, beschreibt die Wissenschaftlerin Jeanette Wing an der Columbia University.

„Von Computational Thinking können Menschen in allen Lebensbereichen profitieren“ (Wing, 2010, derstandard.at). Der Profit besteht darin, Denkprozesse effizienter zu gestalten und auf alltägliche Situationen umzumünzen – Probleme in Teilprobleme zu zerlegen, um diese einfacher lösen zu können. Der informatische Aspekt ist der Denkschritt des Algorithmen Entwurfes. Das Problem soll mit Hilfe einer Schritt-für-Schritt-Anleitung gelöst werden können. Diese Schritte sollten für Menschen sowie Maschinen in ihrer Umsetzung verständlich sein.

Computational Thinking
©Tamara Solnitzky in Anlehnung an computationalthinkers.com, wesentlichen Schritte des Computational Thinking

Computational Thinking im Unterricht

Mit Hilfe von Computational Thinking können alltägliche Themen mit naturwisschenschaftlichen, informatischen Themen kombiniert werden. ISTE, die internationale Gesellschaft für Technologie in der Bildung, hat eine Sammlung an Unterrichtsszenarien zusammengestellt, die als Beispiel für eine Integration von informatischem Denken im Unterricht dienen können. Um den Lehrpersonen die Umsetzung so einfach wie möglich zu machen, soll der Denkansatz in der Primarstufe integrativ erfolgen.

Integration, aber wie?

Am einfachsten gelingt die Einführung von informatischem Denken im fächerübergreifenden Unterricht. Die Lehrperson wählt hierfür ein Thema aus und versucht es in so vielen Fächern wie möglich zu integrieren.

Computational Thinking
©Tamara Solnitzky in Anlehnung an ISTE, Unterrichtsplanung mit Computational Thinking Elementen

Grundkompetenz des 21.Jahrhundert

„Zusätzlich zu den Fertigkeiten wie Schreiben, Rechnen und Lesen sollte in Zukunft jedes Kind als weitere analytische Fähigkeit die grundlegenden Konzepte der Computerwissenschaften verinnerlichen“ (Wing, 2010, derstandard.at).

Informatisches, lösungsorientiertes Denken ermöglicht Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. Schülerinnen und Schüler werden zum selbstständigen Denken angeregt. Sie beginnen sich mit ihrer Lebensumwelt intensiv auseinanderzusetzen, um Strukturen zu erkennen, die ihnen für weitere Prozesse nützlich sind. Computational Thinking lässt sie Ihr Wissen konkret anwenden und daraus neues Wissen generieren.