Es scheint noch gar nicht allzu lange her zu sein, da füllten sich bei vielen Menschen auf der Suche nach etwas Ruhe und Entspannung die CD-Regale mit Tonträgern, auf denen meditative Klänge und Walkonzerte genau das versprachen. Dass diese mittlerweile eine gehörige Staubschicht angesetzt haben, liegt nicht daran, dass all die Ruhe und Entspannung wirklich eingekehrt ist, sondern ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass das Smartphone die Herrschaft über den Bereich der Meditation übernommen hat. Was zunächst widersprüchlich klingt, lässt sich aber ganz einfach erklären: 2010 wurde die App Headspace vom englischen Studienabbrecher und späteren Mönch Andy Puddicombe gegründet. Mit mehr als 25 Millionen Downloads führt sie nicht nur den digitalen Selbsthilfe-Markt an, sondern hat gleichzeitig auch einen Hype begründet, dem viele andere App-Hersteller gefolgt sind. Headspace funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: In mehreren Einheiten führt Puddicombe durch verschiedene Atem- und Aufmerksamkeitsübungen und möchte so für mehr Gelassenheit im Alltag sorgen. Die App ist allerdings nicht ganz günstig. Nach einem gratis Probemonat, kostet die Entspannung auf Knopfdruck 10 Euro pro Monat. Die App ist für Android und iOS verfügbar.

7Mind – die Meditation zur Situation

Geführte Meditationen mit Audioerklärungen bietet auch die App 7Mind an. Zusätzlich zum Basispaket, das auch sieben Grundlagen-Meditationen besteht, gibt es, gegen einen Aufpreis von 5 bis 12 Euro, auch Kurse zu verschiedenen Themen, wie „Glück“, „Konzentration“ oder „Angst“. Darüber hinaus werden auch Meditationen angeboten, die auf bestimmte Situationen oder Emotionen zugeschnitten sind oder bei Schlafproblemen helfen sollen. Weil alle Grundlagen auf anschauliche Weise erklärt werden, ist die App für Einsteiger wie auch für Meditations-Profis geeignet. Die App funktioniert sowohl auf iOS– als auch auf Android-Geräten.

©Calm

Calm – gemeinsam ruhig werden

Calm hat einen wahren Hype ausgelöst – vor allem in amerikanischen Start-ups und Werbeagenturen. So konnte bereits beobachtet werden, dass die App in manchen Offices nach der Mittagspause für zusätzliche Entspannung sorgen soll. Auf Calm findet man die Klassiker wie Meeresrauschen, angenehme Musik und Blätterrauschen, aber auch thematisch strukturierte Kurse zu den Themen „besserer Schlaf“ oder „mehr Dankbarkeit“. Im Gegensatz zu anderen Apps finden sich hier auch in der kostenlosen Version einige verschiedene Modi, mit denen man im Regelfall mehrere Wochen lang auskommen sollte. Wer sich eine größere Auswahl an Kursen und längere geführte Programme wie zum Beispiel „21 Days of Calm“ wünscht, muss 10 Euro pro Monat hinlegen.

Stop, Breathe & Think – die App, die sich um dich kümmert

Diese App verfolgt einen etwas anderen Ansatz als alle bisher vorgestellten Programme. Während man sich beim Großteil der Meditations-Apps selbst einen Kurs oder ein bestimmtes Programm auswählt, entscheidet hier die App. Das läuft folgendermaßen ab: Zuerst beantwortet man einige Fragen zur aktuellen Situation und Stimmung, dann empfiehlt einem die App einen darauf abgestimmten Kurs. Die Basisversion der App ist kostenlos und die Bedienung könnte kaum einfacher sein. Die Preise für zusätzliche Programme liegen zwischen 0,99 und 2,99 Euro. Mit Tools for Peace steht hinter der App eine Organisation, die gemeinnützig arbeitet. Alle aus der App generierten Einnahmen gehen an diese Organisation. Die App ist für Android und iOS erhältlich.

©Omvana

Omvana – eine Meditations-Bibliothek

Omvana hat zwar nicht denselben Hype durchlaufen wie Headspace oder Calm, zählt aber, laut Forbes und BBC, zur absoluten Spitze der Meditations-Apps. In der Vergangenheit wurde die App häufig als „iTunes der Achtsamkeit“ bezeichnet und tatsächlich versteht sich Omvana in erster Linie als Sound-Bibliothek für Meditationsklänge. Neben den Meditationen und Basiskursen gibt es aber auch Texte und inspirierende Reden von berühmter Autoren und Autorinnen. Die Basisversion ist kostenlos, für unterschiedliche weitere Packages zahlt man zwischen 4 und 7 Euro. Für iOS und Android.