Es gibt Tech-Mythen, die halten sich besonders hartnäckig. Und das nicht nur in den Reihen der Generation 50+, sondern durchaus auch bei jenen, die praktisch mit einer Hand am Smartphone und einer auf der Computermaus aufgewachsen sind.

Viele Megapixel stehen für Fotoqualität

Um herauszufinden welche das sind, haben die Plattformbetreuer der Seite HighSpeedInternet.com mehrere hundert US-Amerikaner und -Amerikanerinnen befragt. Ein Mythos, der sehr tief in den Köpfen vieler Menschen verankert zu sein scheint, stützt sich auf die Annahme, dass die Anzahl der Megapixel direkt mit der Qualität der Handykamera zu tun hat. Mehr als 75 Prozent der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen waren davon überzeugt. Das stimmt natürlich nur bedingt – den größten Einfluss hat nämlich die Größe des Sensors in der Kamera. Kleinere Sensoren haben einen gewichtigen Nachteil: Im direkten Vergleich weisen sie einen schlechteren Dynamikumfang auf und können deshalb weniger Licht und Details einfangen. Der Megapixel-Wert kann also als Indikator fungieren, allerdings nicht als alleingültiges Merkmal für die Qualität der Fotos. Das haben auch einige Hersteller erkannt und setzen deshalb nicht mehr allein auf die Anzahl der Pixel. Apple hat dieses Rennen um die höchste Pixelanzahl beispielsweise gar nicht erst mitgemacht.

Mythenbehaftete Smartphone-Akkus

52 Prozent der Befragten waren der festen Überzeugung, dass das Laden eines Smartphones während der Nacht dem Smartphone schadet. Auch das stimmt natürlich nicht. Wobei hierbei zu beachten ist, dass sich diese Aussage erst nach und nach in einen Mythos verwandelt hat. Vor einigen Jahren war es nämlich tatsächlich noch so, dass Handyakkus beim „Überladen“ zum Überhitzen neigten und die Lebensdauer der Geräte dadurch etwas geschmälert wurde. Hingegen nur 17 Prozent sind der Meinung, dass man dem Smartphone Schaden zufügt, wenn man es lädt, der Akku aber noch nicht ganz leer ist. Auch hier liegt natürlich eine absolute Fehlannahme vor.

Drosselung älterer Smartphones durch Updates

Der letzte große Smartphone-Mythos, mit dem sich die Umfrage auseinandersetzte, betrifft eine auch medial häufig diskutierte Frage: Entscheiden sich Unternehmen wie Apple, Samsung und Co bewusst dazu, die Geschwindigkeit älterer Modelle zu drosseln, sobald ein neues Gerät auf den Markt kommt? 52 Prozent der Befragten glauben daran. Ob sie damit nicht doch richtig liegen, ist natürlich nur schwer nachzuweisen, allerdings fällt es auch nicht gerade leicht, wirklich daran zu glauben. Schließlich ist es ja auch einfach so, dass Smartphones mit der Zeit langsamer werden, weil sich Technik und Software ständig neuen Updates unterziehen müssen, die die Smartphone-Prozessoren an ihre Grenzen bringen. Das widerlegt den Mythos natürlich nicht ganz, hier zur ganzen Wahrheit zu kommen, lässt aber wiederum uns an unsere Grenzen stoßen.

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Computerviren und andere Mythen

Nicht nur die Welt der Smartphones ist von diesen Mythen durchzogen, sondern auch das von Apple und Microsoft beherrschte Universum der Laptops und PCs. So waren beispielsweise 30 Prozent der Umfrageteilnehmer und -teilnehmerinnen der Überzeugung, dass Rechnersysteme über Nacht heruntergefahren werden müssen, damit sie richtig funktionieren. Wer heute noch einen Computer aus den 90ern besitzt, ist mit dieser Strategie vermutlich gar nicht so schlecht dran, denn früher tat man seinem Gerät damit tatsächlich noch etwas Gutes. Heutzutage ist das aber längst nicht mehr so: Zwar brauchen die Geräte hin und wieder einen neuen Startvorgang um Updates zu installieren, generell sind sie aber dafür ausgerüstet, nicht tagtäglich heruntergefahren werden zu müssen. Rund um die Geräte des Apfelversums kursieren natürlich jede Menge Gerüchte, wobei sich hier eines ganz besonders hartnäckig hält: Computerviren interessieren sich unter gar keinen Umständen für Mac-Produkte. Immerhin 17 Prozent glauben daran und wiegen somit ihre Mac-Geräte in unumstößlicher Sicherheit.

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Das ist natürlich eine Wunschvorstellung, denn auch Mac-Geräte können von Viren befallen werden –  zwar nicht so oft wie Geräte aus dem Windows-Universum, aber dennoch. Der Mythos stammt aus einer Zeit als der Marktanteil des Unternehmens mit dem Apfel-Logo noch viel kleiner war. Frühe Mac-Geräte hatten diesbezüglich nämlich zwei entscheidende Vorteile: Der Quellcode war viel schwerer zugänglich und der Anteil an Mac-Systemen war deutlich geringer als es heute der Fall ist. Zwar ist der Zugang auch heute noch deutlich schwieriger, Ziel von Virenattacken können die Geräte aber dennoch sein. Schließlich sind Mac-Geräte heute auf jeden Fall dem Mainstream zuzurechnen.