„Vor etwas mehr als zehn Jahres war vieles noch ganz anders.“ Lässt man diese Aussage einfach im Raum stehen und macht sie nicht an etwas Konkretem fest, klingt das natürlich wie die größte Worthülse aller Zeiten. Macht man sich bewusst, dass es vor etwas mehr als zehn Jahren weder den Google Play Store noch den App Store von Apple gab, wird die ganze Sache schon etwas konkreter. Aber nicht weniger unheimlich, versteht sich. „Seit damals hat sich einiges getan“ – wieder so ein Gemeinplatz, aber wieder einer, der einfach stimmt. Wo die Reise nach den ersten Monaten in diesem Jahr hingehen wird? Wir haben probiert, es hier zusammenzufassen.

Vielseitig ist viel besser

Applikationen, die sich auf einzelne Services beschränken, haben im Vergleich zu sogenannten Multi-Purpose-Apps etwas verloren. Plattformen, die mehrere Services vereinen und verschiedene Problemlösungen unter einen Hut bringen, sind nämlich deutlich stärker im Kommen. In etwas einfacherer Form haben es Apps wie der Facebook Messenger, WeChat und Payback bereist vorgemacht. Der Weg ist also geebnet für Applikationen, die mehr anbieten als nur eine singuläre Funktion oder ein einzelnes Service.

Zahlen mit dem Smartphone

Bargeld? In einigen Ländern handelt es sich dabei schon eher um einen Mythos als um eine reale Zahlungsmethode. Der Trend geht jedoch noch viel weiter. Denn auch die gute, alte Bankomatkarte hat etwas an Popularität eingebüßt. Mobile-Payment-Lösungen sind im Vormarsch. So wird man im kommenden Jahr wohl öfter mal das Portemonnaie zu Hause vergessen, sich darüber aber nicht ärgern, denn dank Google Pay und Apple Pay werden künftig wohl immer mehr Einkäufe mit dem Smartphone bezahlt. Das Handy an das Kartenlesegerät zu halten, klingt aktuell zwar noch etwas absurd, wird aber schon bald zu den normalsten Dingen des Alltags gehören.

App-Trends 2019
(c) pexels

B2B gewinnt an Bedeutung

Geht es um Apps, fließen die Gedanken sofort in Richtung Endkonsumenten. Daran wird sich wohl ganz grundlegend auch nichts ändern. Trotzdem werden Apps im B2B-Bereich immer wichtiger. Egal ob es dabei um Logistik, Außenwirtschaft und Supply Chain Management geht, der Bedarf ist auf jeden Fall da. Viel mehr noch als bei Apps, die für Endkonsumenten bestimmt sind, müssen die Entwickler der B2B-Apps allerdings darauf achten, dass die Apps einwandfrei funktionieren. Schließlich kann es sich genau jene Nutzerschicht nicht leisten, wenn plötzlich ein Bug auftritt und etwas wirklich Wichtiges nicht abgewickelt werden kann.

Wearables und IoT

Apps werden künftig nicht mehr bloß fürs Smartphone gedacht, sondern auch für sogenannte Wearables, Smartwatches zum Beispiel. Aktuell ist es noch so, dass vor allem die Fitnessindustrie auf die Smartwatches blickt und dort großes Potenzial vermutet. Doch auch einige andere, schnell wachsende Anbieter wie Uber und Zomato haben die Smartwatches fest im Blick. 2019 wird sich im Bereich Wearbles aber bestimmt einiges tun.

Mobile Gaming

Spiele werden künftig weniger mit exklusiven Plattformen verbunden und dafür in deutlich stärkerem Ausmaß vernetzt sein. Das Smartphone kommt vielen Anbietern hier gerade recht. Games mit sehr einfachem Gameplay, sogenannte Hyper-Casual-Plays, werden 2019 am Markt noch stärker vertreten sein. Sie sorgen dafür, dass auch Nutzer und Nutzerinnen, die sich selbst nicht als Gamer oder Gamerinnen bezeichnen, in die Welt der Smartphone-Games gezogen werden.

App-Trends 2019
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Bewegtbild

Es ist schon beeindruckend, wenn man sich vor Augen führt, dass die Gesamtzeit, die in Video-Streaming-Apps pro Gerät verbracht wird, von 2016 bis 2019 um 110 Prozent gestiegen ist. Das bedeutet wiederum, dass 2019 zehn Minuten jeder Stunde mit Mobile Streaming in Apps verbracht wird. Auch Kurzvideo-Apps werden weiterhin viel Zeit des gesamten Streaming beanspruchen. Auch der Aufstieg von Social-Video-Apps wie Tik Tok und die Bedeutung von Kurzvideos in Social-Media-Apps wie Instagram und Snapchat treibt diese Entwicklung weiter an.

Mit Instant-Apps wird alles (noch) einfacher

Was bereits 2016 startete, dürfte im kommenden Jahr noch viel stärker wachsen. Instant-Apps sind etwas kleiner in ihrem Umfang, besonders nutzerfreundlich und praktisch, weil sie eben nicht erst heruntergeladen werden müssen. Das geht aus dem Namen ja bereits hervor.