Künstliche Intelligenz, automatisierte Arbeitswelten, Internet der Dinge, grenzenlose digitale Kommunikation, gläserne Menschen, neue Individualität: Die Turbo-Digitalisierung stellt unser (Arbeits-)Leben in rasantem Tempo auf den Kopf. Wer aber holt aus der digitalen, technologie- und wirtschaftsgetriebenen Revolution das Beste für die Menschen heraus? Die VIENNA BIENNALE 2017: Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft (21. Juni bis 1. Oktober 2017) vereint DesignerInnen, ArchitektInnen und bildende KünstlerInnen mit dem Anspruch auf ein besseres Morgen. An verschiedenen Ausstellungsorten, in- und outdoor, zeichnen visionäre und utopische, aber auch realisierbare kreative Szenarien ein komplexes, verheißungsvolles Bild der digitalen (Arbeits-)Welt der Zukunft.

Die Künste spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, die Digitalisierung mit ästhetischen und humanen Werten aufzuladen. Darin sind sich die Veranstalter der VIENNA BIENNALE – MAK, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunsthalle Wien, Architekturzentrum Wien sowie Wirtschaftsagentur Wien und AIT Austrian Institute of Technology als außeruniversitärer Forschungspartner – einig. „Die digitale Zukunft geht uns alle an. Wir sind hier mit einer zutiefst demokratischen Aufgabe konfrontiert, die wir mit tatkräftiger Hilfe aus Kunst, Design und Architektur gemeinsam bewältigen müssen. Vom Standort Wien, aus dem Herzen Europas heraus, gibt die VIENNA BIENNALE Anstöße, eine digitalisierte Zivilisation und Arbeitswelt human mitzugestalten“, so Christoph Thun-Hohenstein, Initiator und Leiter der VIENNA BIENNALE.

Verschiedene Hersteller, historische Spielzeugroboter, 1956–1980 Privatbesitz Foto: © Andreas Sütterlin, 2016
Verschiedene Hersteller, historische Spielzeugroboter, 1956–1980 Privatbesitz Foto: © Andreas Sütterlin, 2016

Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine
Wie fundamental Arbeit für unser Leben, unseren Wohlstand und unser Wohlgefühl ist und welche Ängste, aber auch Chancen mit Robotik und Automatisierung verbunden sind, ist Thema mehrerer Projekte der VIENNA BIENNALE. Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine, eine Ausstellung des MAK, des Vitra Design Museums und des Design museum Gent, lädt zur unmittelbaren Begegnung mit der immer allgegenwärtigeren Spezies Roboter. Mehr als 200 Exponate aus Kunst, Design und Architektur sowie Beispiele aus Technologie, Film, Literatur, Mode, Wissenschaft und Populärkultur untersuchen den unaufhaltsamen Hype intelligenter Maschinen und die entscheidende Rolle, die Design dabei spielt.

StadtFabrik: Neue Arbeit. Neues Design
Neue Technologien bedeuten auch Chancen auf neue Arbeitsfelder und neue kreative Konstellationen. Seit 2016 engagiert sich die StadtFabrik, ein Kooperationsprojekt der Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure und des MAK, kuratiert vom IDRV – Institute of Design Research Vienna, für die Entdeckung und Sichtbarmachung urbaner Potenziale in der Kreativwirtschaft. Mit Demonstratoren im Stadtraum und der Ausstellung StadtFabrik: Neue Arbeit. Neues Design. im MAK erforscht die StadtFabrik im Rahmen der Biennale drei zentrale Aspekte des Arbeitens in der digitalen Zukunft: NEUE KREATIVE ARBEIT, NEUE SOZIALE ARBEIT und NEUE NACHHALTIGE ARBEIT.

Shawn Maximo, Going Green, 2016 Courtesy der Künstler © Foto: David Avazzadeh, Kunsthalle Wien 2016
Shawn Maximo, Going Green, 2016 Courtesy der Künstler © Foto: David Avazzadeh, Kunsthalle Wien 2016

Menschlich arbeitender Körper
Die Kunsthalle Wien rückt in ihrer Ausstellung Work it, feel it! den menschlichen arbeitenden Körper in den Fokus. Künstlerische Beiträge thematisieren Disziplinierungs- und Kontrollmechanismen, die diesen formen und regulieren, sowie Momente (körperlichen) Widerstands gegen eine allumfassende und grenzenlos gewordene Arbeit.

ARTIFICIAL TEARS. Singularität & Menschsein lädt im MAK zur emotionalen und gedanklichen Auseinandersetzung mit der Zukunft der Menschheit ein. Die gezeigten Kunstwerke eröffnen mit Zitaten aus dem Science-Fiction-Genre dystopische Welten, denen es zu entfliehen gilt, oder zeigen Bewusstseinszustände und archaische Aspekte auf, die die poetische Ineffizienz des Menschen im Gegensatz zur Überregulation durch Technologie thematisieren.

mischer’traxler studio, LeveL – the fragile balance of utopia, 2016 Installationsansicht, London Design Biennale 2016 © mischer’traxler studio/Foto: Simon Scherrer
mischer’traxler studio, LeveL – the fragile balance of utopia, 2016 Installationsansicht, London Design Biennale 2016 © mischer’traxler studio/Foto: Simon Scherrer

Im Zuge der VIENNA BIENNALE 2017 wird die anlässlich der London Design Biennale 2016 konzipierte kinetische Installation LeveL – the fragile balance of utopia von mischer’traxler studio erstmals in Österreich gezeigt. Sie versinnbildlicht das Konzept der Utopie als Balanceakt zwischen individuellen und kollektiven Ansprüchen. Ein Statement zu den versteckten Agenden der uns täglich umgebenden digitalen Oberflächen und Softwares steuern StudentInnen der Abteilung Industrial Design 2 der Universität für angewandte Kunst Wien in der eineinhalbwöchigen Präsentation DESIGN FOR AGENCY.

Alle Themen der VIENNA BIENNALE 2017 sind auf der Ausstellungsseite und im Ausstellungskalender zu finden.