Aufwachsen ist eine Abfolge von Initialisierungsriten: Der erste Kindergartentag, der erste Schultag, das erste Handy, der erste Freund oder die erste Freundin, Urlaub ohne Oldies, Führerschein, Matura. Für die Generation Z, die jetzt im späten Teenage- oder frühen Twen-Alter sind, gibt es eine neue Hürde zu meistern: Ihre erste E-Mail zu schreiben.

Für eine Generation, die mit texten via SMS, Chats und Apps aufgewachsen ist, klingt dies merkwürdig, schreibt Christopher Mims im WSJ.com (nur mit Abo), aber diese Art von „long form texting“ ist der WhatsApp-Generation bis dahin fremd. Dabei ist sie jedoch auf vielfache Art in der „Erwachsenenwelt“ unverzichtbar, sei es beim Kontakt mit Universitätslektoren und Professoren, bei der Jobsuche oder als junger Startup-Unternehmer.

Dabei gibt es viele Fallstricke zu meistern: Schreibweisen, die in Kurznachrichten auf korrekte Rechtschreibung verzichten, kommen in Mails schlecht an, ebenso wie völlige Formlosigkeit oder der Umgang mit cc: und bcc:, bei dem so manche Mail schnell an die falsche Adresse und dort in die falsche Kehle kommen kann.

Dabei habe die Generation Z gegenüber ihren Vorgängern, den „Millenials“, Vorteile diese virtuelle Reifeprüfung zu bestehen: Sie würde stärker an Karriere und Beruf orientiert sein und damit williger, die Spielregeln dieses Feldes zu lernen.