Mobiles Surfen im Internet boomt ungebremst. Laut einer Analyse der Arbeiterkammer sind die Kosten für mobiles Telefonieren und Surfen momentan um 30 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr. Die Kunden danken es den Anbietern mit verstärkter Nutzung: Laut der Regulierungsbehörde RTR ist das Datenvolumen, das in Österreich mit mobilen Geräten übertragen wurde, im 2. Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal um 9,7 Prozent auf 64.830 Terabyte angewachsen. Tendenz weiter steigend. Das leigt auch an der zunehmednen Veerbreitung des Übertragungsstandards LTE.

LTE ist nicht gleich LTE
Für die mobile Datenübertragung ist LTE (Long Term Evolution) momentan das Maß aller Dinge. Die Übertragungstechnologie wurde in Österreich 2011 eingeführt und hat beim Start eine Downloadrate von 50 Mbit und Uploadspeed von 10 Mbit erreicht. LTE ist aber nicht gleich LTE. In den Jahren nach der Einführung wurden immer wieder neue Releaseversionen auf den Markt gebracht. Mittlerweile sind mit LTE Advanced (Kategorie 6) Downloadraten von bis zu 300 Mbit möglich. In den kommenden Jahren sollen Raten von bis zu 600 Mbit erreicht werden können. Der Netzausrüster Qualcomm hat auf dem Mobile World Congress 2015 zusammen mit Ericsson LTE Advanced der Kategorie 11 gezeigt, der diesen weiteren Speed-Boost ermöglichen soll.

Damit Kunden aber wirklich in den Genuss dieser hohen Downloadraten kommen, muss der LTE-Empfang möglichst flächendeckend angeboten werden. T-Mobile bietet etwa eine Gebietsabfrage Online an, wo Kunden oder solche die es werden wollen nachsehen könne, wie weit die LTE-Abdeckung in ihrer Region vorangeschritten ist. Auch die weiteren Ausbaupläne können Online abgefragt werden. Während Österreich im Ländervergleich bis vor kurzem noch deutlich hinter Deutschland zurück gelegen ist, hat sich der massive Ausbau in den letzten zwölf Monaten ausgezahlt: Laut dem renommierten Magazin CHIP ist die LTE-Dichte in Österreich mittlerweile höher als in Deutschland.

LTE ist nicht das Ende der Fahnenstange
LTE ist der Nachfolger von 3G und wird daher auch als 4G bezeichnet. Wenig überraschend wird der LTE-Nachfolger also 5G heißen. Noch gibt es keine Standards oder Spezifikationen, Experten sind sich aber einig, dass es auf jeden Fall mehr Bandbreite und höhere Frequenzbänder geben wird. 5G soll Downloadraten von bis zu 10 Gbit/s möglich sein. Das wäre also 30-mal schneller als die momentan mögliche Maximalrate. Nicht nur die Geschwindigkeit soll bei 5G besser werden, es soll auch eine deutliche Verbesserung bei Stromverbrauch und Verbindungs-Sicherheit geben

Bis 5G einsatzbereit ist und auch für Endkunden verfügbar sein wird, dürfte es allerdings noch dauern. Einige Funktionen können allerdings bereits auf 4G-Geräten angewendet werden, ohne dass Änderungen an Funkschnittstellen-Standards vorgenommen werden müssen. Man darf jedoch gespannt sein, ob beim heurigen Mobile World Congress weitere Neuigkeiten von seiten der Netzwerkausrüster veröffentlicht werden.