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Letzten Freitag wurde „sie“ geliefert, meine neue Apple Watch. Die Apple Watch Sport mit 42 mm Case in Spacegrau und schwarzem Sportband wurde sofort angeschnallt und los gehts. Die Installation ist – für geübte Apple-User – sehr einfach. Watch-App am iPhone starten, Uhr vor die Kamera halten, am Rahmen ausrichten und das Display erwacht. Nachdem die Watch gekoppelt ist, kann man allerhand auswählen, wie Handgelenkseinstellung (rechts/links), Nutzungsbedingungen müssen zugestimmt werden, ein Code muss eingegeben werden (Entsperrung ist mit dem iPhone möglich) und dann das Wichtigste: Apps (vom eigenen Account) können bei verfügbaren Watch-Versionen direkt auf die Uhr gespielt werden. Nach einer kurzen Synchronisierungszeit gehts los.

Nach drei Tagen Test kann ich noch nicht alle Funktionen bewerten, hier jedoch die wichtigsten Erkenntnisse meinerseits:

  • Haptik: Die Apple Watch liegt gut in der Hand, anfangs erschien sie mir mit ihren 42 mm für mein Damenhandgelenk zu groß. Nach drei Tagen fühlt sie sich richtig gut an und ich würde keine kleinere Variante wollen. Denn schon bei dieser Größe ist es nicht ganz einfach, alle Apps zu öffnen.
  • Freisprecheinrichtung: Wenn das iPhone läutet, dann sieht man den Anruf auch gleich auf der Watch. Aus Spaß habe ich mit der Uhr abgehoben und schnell hat sich das „Kitt-Feeling“ eingeschlichen (für alle die sich noch an Michael Knight und sein Auto erinnern können). Die Qualität ist mäßig aber für kurze Telefonate ausreichend – und auch witzig, wenn noch jemand anderer im Auto sitzt und so auch gleich alles hören und sagen kann.
  • Siri: Mit der netten Dame kann man sehr viel steuern, muss man sogar. Wenn man sich über die Watch navigieren lassen will, muss man Siri die Adresse diktieren. Nach drei Mal habe ich es aufgegeben und mich mit ein wenig Unschärfe zum Ziel bringen lassen. Liegt vielleicht daran, dass ich kein Fan von Siri bin und auch am iPhone lieber aufs Diktieren verzichte.
  • Navigieren: Eine Adresse eingegeben hilft mir die Watch durch den Verkehr. Dreimaliges vibrieren heißt rechts abbiegen, zweimal links. Ist eine gute Alternative zum Herumirren, jedoch bleib ich lieber beim Handy-Navi das mir sagt, wann ich wohin muss.
  • Notifications: Vom Montag in der Früh bis zum Ablegen der Uhr vibrierte es andauernd an meinem Handgelenk. Alle E-Mails, SMS, Whatsapp und Co. wurden mir auf der Uhr angezeigt. Ist sehr praktisch um einen schnellen Überblick aller Nachrichten zu erhalten, beispielsweise wenn man in einem Meeting auf seine Uhr schaut (ist ein wenig höflicher als aufs Smartphone – zumindest jetzt noch). Die Notifications können selbstverständlich abgestellt werden, man muss sich nicht dauernd mit Nachrichten bombardieren lassen.
  • Gesundheit: Wie schon von digitalen Armbändern bekannt, kann man die Watch dafür nutzen sich an sportliche Aktivitäten erinnern zu lassen. Ein leichtes Vibrieren zeigt, wenn man zu lange gesessen ist und man aufstehen soll (witzige Augenblicke im Büro waren die Folge).
  • Zifferblatt: Die Uhr kann mit verschiedenen Zifferblättern ausgestattet werden. Hier muss ich zugeben, dies stellte mich als iPhone-Userin der erste Stunde sogar vor eine Herausforderung. Tippen reicht nicht mehr, man muss stärker auf das Display drücken und schon kann man sein bevorzugtes Layout auswählen.
  • Verbindung: Die Uhr braucht immer und jederzeit Bluetooth, damit sie sich mit dem Handy koppeln kann.
  • Wecker: „Siri, wecke mich um 7 Uhr“, und schon ist der Wecker gestellt. Zum Schlafen habe ich die Uhr dann aber abgelegt und kann daher nicht sagen, wie sie mich aufgeweckt hätte. Ein Kollege meinte „so gut bin ich noch nie aufgestanden“. Das werde ich einfach so glauben, aber beim Schlafen möchte ich weder Uhr noch etwas anderes an meinem Handgelenk haben (das Handy am Nachtkasten reicht mir vollkommen).
  • Akku: Die Uhr hat überraschenderweise recht lang gehalten und ich konnte auch jederzeit am Handy nachsehen, wie lang der Akku noch hält. Das Ladegerät ist gewöhungsbedürftig, da es auf die Rückseite der Watch angedockt wird (dafür ist das Kabel sehr, sehr lang).

Man kann sicher noch viel mehr über die Watch schreiben, dafür müsste ich sie länger im Testeinsatz haben. Sie ist jedoch wieder verpackt und an den nächsten Tester übergeben. Leider. Aber das Weihnachtsgeld kommt bald und dann werde ich wirklich überlegen, mir eine Watch zu kaufen. Mal sehen.

Eine Frage habe ich mir noch gestellt: Ist die Apple Watch eine sinnvolle Ergänzung zum iPhone oder eine neue Produktkategorie? Ich weiß es ehrlich gesagt (noch) nicht. Ich glaube aber, dass in ein paar Jahren die sogenannten Wearables – welche auch immer – für uns so normal sein werden wie jetzt unser Smartphone. Ob es das Smartphone ersetzen wird? Man wird sehen…

Update, 27. November 2015:  Ab sofort Apple Watch bei T-Mobile erhältlich

Ausführliche Testberichte zur Apple Watch
Apple Watch im Test: Auf der Suche nach dem Sinn der Apple-Uhr (derstandard.at)
Spielerei für iPhone-Junkies: Apple Watch im Test (krone.at)
Apple Watch im Test (spiegel.de)