T-Mobile Techniker bei der Arbeit

Die Wettervorhersage hat sich in den letzten 20 Jahren stark verbessert. Satellitenaufnahmen machen Bilder über dem Kontinent und Supercomputer berechnen Luftströmungen. Diese riesigen Datenmengen zu verarbeiten, ist aber teuer. Und selbst einfache Niederschlagsmesser ohne High-Tech-Bauteile kosten in der Auswertung durch Meteorologen einiges an Geld.

Dr. Aart Overeem und seine Kollegen vom Royal Netherlands Meteorogical Institute haben gemeinsam mit T-Mobile Niederlande eine neue Methode gefunden, Niederschlagswolken im Auge zu behalten. Wassertropfen erschweren nämlich die Übertragung von bestimmten elektromagnetischen Wellen in der Atmosphäre. Die Forscher haben die Übertragungsleistungen von 2.400 Mobilfunkmasten gemessen und wie sich diese im Regen veränderten. Durch Veränderungen in der Sendeleistung einzelner Mobilfunkmasten untereinander – nach Abzug anderer Störfaktoren – können die Forscher jetzt berechnen, wo gerade Regen niedergeht. Auf diese Weise können sie alle 15 Minuten eine aktuelle Regenkarte für die gesamten Niederlande erstellen.

Mit dieser genialen Herangehensweise lassen sich klassische Vorhersagemethoden überprüfen und auch aktuelle Wetterprognosen ohne teure Satellitenbilder erstellen. Dies ist besonders für Länder interessant, die über gut ausgebaute Mobilfunknetze aber nicht über High-Tech Wettervorhersagesysteme verfügen.

Zum englischsprachigen Artikel vom „The Economist“ gelangen Sie hier.